Depression im Alter

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Durch bessere Lebensbedingungen, umfassendere Gesundheits-versorgung und Forschung in Medizin und Pharmazie hat sich die demografische Struktur unserer Gesellschaft stark gewandelt. Seit den 1950er Jahren ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen um fast 15 Jahre gestiegen. Im Vergleich zum 19ten Jahrhundert hat sie sich sogar mehr als verdoppelt.

Aber das die Menschen heute älter werden als früher hat leider auch unangenehme Nebenerscheinungen, welche immer mehr untersucht werden und damit in das Bewusstsein der Gesellschaft gerückt werden. Immer mehr Senioren sind von Altersdepressionen betroffen. Leider aber wird diese Krankheit oft übersehen oder Symptome werden als Alterserscheinungen abgetan. In diesem Artikel wollen wir Ihnen dieses Thema näher bringen und verschiedene Aspekte der Depression im Alter beleuchten.

Mögliche Ursachen einer fehlenden Behandlung

Früher galt es als normal, das mit zunehmendem Alter, die Lebensfreude abnimmt. Schlechter zu schlafen, generell eingeschränkt und unzufrieden zu sein, waren und sind es auch heute teilweise noch, verbreitete Vorurteile. Studien haben aber ergeben, dass die Zufriedenheit im Alter viel mehr steigt. Zum einen scheinen Menschen im fortgeschrittenen Alter gefestigter zu sein, zum anderen besitzen sie die Fähigkeit, Ihre Leistungen und Erfolge vor dem Hintergrund ihres Lebens zu betrachten und sind aus diesem Grund zufriedener mit sich selbst.

Im Umkehrschluss bedeutet dies allerdings, dass das, was man vorher einfach dem Alter zugeschrieben und für normal erachtet hat, vielmehr der Ausdruck einer Altersdepression ist. Leider wird eine Depression im Alter aber oft zu spät oder gar nicht behandelt.

Da viele Menschen die Symptome einer Depression, wie Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden, Kraftlosigkeit und das fehlende Bedürfnis nach Partizipation, als für das Alter typisch ansehen, wird eine Depression als Ursache oft übersehen.Viel mehr werden diese Symptome körperlichen Entwicklungen, die im Alter normal seien, zugeschrieben. Mediziner neigen in diesem Fall dazu, nur die Symptome medikamentös zu behandeln und die Patienten zu beschwichtigen. Es gilt hier ein Bewusstsein zu schaffen, sodass auch von Medizinern verstärkt auf das Krankheitsbild der Depression geachtet wird.

Ein weiterer Faktor, der eine effektive Therapierung verhindert, ist außerdem, dass in älteren Generationen immer noch viele Vorurteile gegen Depressionen und seelische Leiden herrschen. Viele fürchten, als schwach zu gelten, wenn sie zugeben, an einer Depression zu leiden. Auch heute noch ist dies ein weit verbreitetes Vorurteil. An Depression zu leiden ist für viele Menschen immer noch ein Grund sich zu schämen. Die Bereitschaft sich behandeln zu lassen ist sehr gering und das Leiden wird oft überspielt. Das führt dazu, dass man unnötig die eigene Lebensqualität wegen Vorurteilen beschneidet. Diese Vorurteile und Tabus in der Gesellschaft abzubauen, kann für viele Menschen eine immense Verbesserung ihrer Lebensumstände zu bedeuten. Senioren sollten in unserer Gesellschaft ermutigt werden, sich Hilfe zu suchen und sich behandeln zu lassen.

 

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Welche Faktoren begünstigen eine Erkrankung

Altersdepressionen können genau wie Depressionen in anderen Altersgruppen vielfältige Ursachen haben. Neben psychischen Faktoren, wie einer bestehenden Angststörung oder einer immensen seelischen Belastung, können aber auch körperliche Leiden eine Depression auslösen oder verschlimmern.

In klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass nach einem Schlaganfall fast 50 % der Betroffenen eine Depression entwickeln. Bei Menschen, die einen Herzinfarkt erlitten sind, es ein Drittel der Patienten. Auch Schädigungen des Hirns können eine Depression auslösen. So treten in bis zu 50 % der Fälle, in denen ein Mensch an Parkinson oder vaskulärer Demenz leidet oder einen Schlaganfall mit besonderer Schädigung des Hirns erlitt, im Nachgang eine Depression auf.

Besonders kompliziert ist dies im Zusammenhang mit Demenz. Es wird berichtet, dass das Vorhandensein einer Depression in der Krankengeschichte eines Patienten die Erkrankung an Demenz begünstigen kann. Gleichzeit kann eine bestehende Demenz einer Depression Vorschub leisten. Da diese beiden Erkrankungen sehr ähnliche Symptome aufweisen, ist eine Differenzialdiagnose schwierig, aber unbedingt notwendig. Beide Krankheiten lassen sich heute gut medikamentös und psychologisch behandeln und können so das Leiden der Erkrankten stark vermindern. 

 

Auf der anderen Seite können psychologische Faktoren, das Auftreten einer Depression im Alter begünstigen. So ist belegt, dass eine bestehende Angststörung in einer Depression münden kann. Aber auch andere im Vorfeld bestehende psychische Leiden erhöhen das Risiko an einer Depression zu erkranken. Ein weiteres Problem für Senioren ist Vereinsamung. Durch das Alter kommt es zu häufigeren Todesfällen im Familien- und Freundeskreis. Dies führt leider oft zu einer zunehmenden Einsamkeit, die im weiteren Verlauf die Gefahr, an einer Depression zu erkranken, erhöht.

Altersdepression besteht ein erhöhtes Suizid-risiko

Während gesunde Senioren ihr Leben tendenziell positiver sehen als junge Menschen, neigen Senioren die an Depressionen leiden eher zum Selbstmord als jüngere Generationen. Bei allen Selbstmorden und Selbstmordversuchen sind 60 % auf eine bestehende Depression zurückzuführen. In der Altersklasse der Senioren enden aber bis zu 90 % der Depressionserkrankungen in einem Suizid.

Außerdem haben Untersuchungen ergeben, dass Suizidversuche im Alter häufiger tödlich enden. Einen der Gründe für dafür sehen Forscher und Mediziner in der körperlichen Verfassung der Menschen im fortgeschrittenen Alter. Zum einen ist man in diesem Alter grundsätzlich verletzungsanfälliger, zum anderen sind die körpereigenen Regenerationskräfte geschwächt und die Wahrscheinlichkeit eine Verletzung zu überleben nimmt ab. Ein weiterer Grund, dass es mehr vollendete Selbstmordversuche gibt, ist eine Zunahme der Aggressivität in der Durchführung.

 

Früherkennung durch Hausärzte

In einer statistischen Erhebung wurde festgestellt, dass über 90 % der Senioren regelmäßig ihren Hausarzt aufsuchen, kommt diesen eine besondere Rolle in der Erkennung einer depressiven Erkrankung zu. Durch die Möglichkeit einer relativ engmaschigen Untersuchung kann der Hausarzt leichter Stimmungsänderungen und frühe Alarmsignale erkennen. Aus diesem Grund sollte die Thematik der Depression im Alter, vor allem Hausärzten ins Bewusstsein gerückt werden, sodass diese aktiv bei ihren Patienten darauf achten können.

Behandlungsmöglichkeiten einer Altersdepression

Durch die voranschreitende Weiterentwicklung der Medikamente und der therapeutischen Mittel profitieren auch Senioren. In allgemeinen Metastudien hat sich gezeigt, dass Therapieformen die in jüngeren Altersgruppen sehr gute Wirksamkeit zeigen, auch bei Senioren sehr gut anschlagen. Allerdings kann man auch sehen, dass Dosierung, Anwendung und Durchführung durchaus an das vorangeschrittene Alter angepasst werden müssen.

Durch die relative Unbekanntheit der Thematik der Altersdepression, fehlt an vielen Stellen das Wissen um die richtige Durchführung der Behandlungen. Therapien die an die Patienten angepasst sind, weisen jedoch eine hohe Erfolgsrate auf und können die Lebensqualität der Patienten enorm steigern.

Paradoxerweise setzen Ärzte mit zunehmendem Alter der Patienten vor allem auf pharmazeutische Therapien. Untersuchungen haben aber ergeben, dass psychotherapeutische Behandlungen in der Form von Gesprächs- oder Bewegungstherapien wesentlich sinnvoller sind. Vor allem bei Senioren mit eingeschränkter Mobilität oder die unter Einsamkeit leiden, gelten die Therapieformen als erfolgreicher, da sie dort ansetzen, wo bei den Betroffenen der größte Mangel besteht. Außerdem haben Studien zu dem Schluss geführt, dass viele Formen der Psychotherapie prinzipiell wahrscheinlich wirkungsvoller sind als bei jüngeren Generationen. Dahingegen ist die Einnahme von Psychopharmaka mit Risiken verbunden. Da Senioren meist wegen anderer körperlicher Leiden und Alterserscheinungen eine hohe Dosis an Medikamenten einnehmen müssen, sind pharmazeutische Therapien oft heikel. Auf der einen Seite kann es dabei schnell zu unerwünschten und gefährlichen Wechselwirkungen kommen, auf der anderen Seite erhöhen manche Medikamente durch ihre betäubende Wirkung die Sturzgefahr.

Experten machen hierfür ein fehlendes Wissen der Behandelnden und fehlende Bereitschaft der Patienten verantwortlich. Die Experten sind sich einig, dass das Anbieten und Wahrnehmen einer Psychotherapie attraktiver gestaltet werden muss. 

Zukünftige Entwicklung in Deutschland

Statistiker gehen davon aus, dass im Jahr 2050 fast zwölf Millionen Menschen über 80 in Deutschland leben werden. Das entspricht einer Verdreifachung. Den Menschen dieser Altersgruppe eine umfassende und fundierte Gesundheitsfürsorge, auch im Bereich der Depression, zu ermöglichen, wird eine immer wichtigere Aufgabe für die heutige Gesellschaft. Dafür müssen neue Systeme geschaffen und bestehende überarbeitet und an die neuen Gegebenheiten angepasst werden.

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Sascha Müller

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