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Gute Pflege braucht Zeit und Zuwendung


Ein Plädoyer für die häusliche Betreuung

Die Zahl der alten Menschen in Deutschland wächst stetig. Da Menschen mit steigendem Alter vermehrt pflegebedürftig sind, wächst auch die Anzahl der pflegebedürftigen Personen. Zwischen 1999 und 2013 ist sie von zwei auf 2,6 Millionen gestiegen.

Der demografische Wandel betrifft die Pflege in doppelter Weise. Mit der Alterung der Bevölkerung steigt die Nachfrage nach professioneller Pflege. Zugleich sinkt das Arbeitskräftepotenzial, aus dem der Bedarf nach Pflegefachkräften gedeckt werden kann.

Das schafft Probleme: der Pflegekräftemangel ist in deutschen Heimen deutlich spürbar. Auch die ambulanten Pflegedienste leiden unter Nachwuchskräftemangel.

Zusammen mit einer angespannten Kostensituation trifft dieser Mangel die Schwächsten: die Pflegebedürftigen.

Alte, pflegebedürftige Menschen leiden oft unter Vereinsamung, liebloser Behandlung und zu wenig Zuwendung.

Wie soll auch eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes, der im Minutentakt abrechnen muss, um wirtschaftlich zu sein, liebevolle Fürsorge leisten? Und wie soll eine Mitarbeiterin im Pflegeheim, die sich um dreißig bettlägerige Menschen kümmern muss, noch jedem einzelnen Patienten gerecht werden?

 

 

Alte Familienstrukturen brechen weg

 

Dazu kommen neue Familienstrukturen. Die Kinder leben durch Studium und Beruf oft weit weg von ihrem ursprünglichen Elternhaus. Familien treiben auseinander durch Trennung und Scheidung. Waren es früher häufig Frauen, die die Pflege von Angehörigen übernommen haben, sind diese heutzutage meist berufstätig.

 

 

Welche alternativen Betreuungsformen gibt es?

Also was tun, wenn die Eltern nicht vereinsamen sollen, aber die eigenen Möglichkeiten beschränkt sind? Wenn die äußeren Umstände gegeben sind (zum Beispiel ausreichend Wohnraum), ist eine häusliche Betreuungskraft eine gute Lösung. Die Betreuungskraft lebt mit im Haushalt und ist ständige Begleitung und Ansprechpartner für ihren Kunden. Im besten Fall wird sie zu einem Familienmitglied auf Zeit. Voraussetzung dafür ist, dass die Chemie zwischen beiden stimmt. Eine gute Agentur versucht bereits im Vorfeld, eine bestmögliche Auswahl der Betreuungskraft zu treffen, um ein harmonierendes Duo zwischen Kunde und Pflegerin zu bilden. Die häusliche Betreuungskraft ist ausschließlich für die im Haushalt lebenden Personen verantwortlich.

Das heißt, der Pflegebedürftige muss nicht dann aufstehen und gewaschen werden, wenn eine Altenpflegerin im Heim gerade Zeit hat oder der ambulante Pflegedienst vorbeikommt. Sondern dann, wenn es in den gewohnten Lebensrhythmus passt. Eine häusliche Betreuerin ist ständig als Alltagsbegleiterin verfügbar, begleitet bei Spaziergängen und steht als Gesprächspartner zur Verfügung. Außerdem ist es der Wunsch von vielen alten Menschen, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Auch dieser Wunsch wird durch eine häusliche Betreuungskraft erfüllt. Wenn es also darum geht, einem pflegebedürftigen, alten Menschen einen selbstbestimmten und geborgenen Alltag zu geben, ist eine häusliche Betreuungskraft die erste Wahl.