Für Familien Pflege Jobs

Schnellere Vergabe von Facharztterminen

Inhalte des Beitrags

Das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (Versorgungsstärkungsgesetz) ist am 23. Juli 2015 in Kraft getreten. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Gesetzes ist die schnellere Vergabe von Terminen bei Fachärzten. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind nun verpflichtet Terminservicestellen einzurichten, die einen Facharzttermin in maximal vier Wochen vermitteln. Die Vermittlung soll innerhalb von einer Woche erfolgen.

Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie eine interaktive Deutschlandkarte. Mit einem Klick auf Ihr Bundesland wird Ihnen dann die für Sie zuständige Terminservicestelle genannt.

 

Müssen alle Patienten, die eine Überweisung erhalten, nun die Terminservicestelle anrufen?

Nein, die Nutzung der Terminservicestelle ist lediglich ein Angebot, aber keine Pflicht.

Erhält man Termine für alle Fachärzte bei der Terminservicestelle?

Nein, momentan noch nicht für alle Fachbereiche. Nicht vermittelt werden Termine für zahnärztliche und kieferorthopädische Behandlungen. Auch für psychotherapeutische Ärzte wird noch keine Terminfindung angeboten. Allerdings ist dies in Planung.

Benötigt man vorab immer einen Überweisungsschein?

In der Regel ja. Allerdings nicht, wenn man einen Termin bei einem Augen- oder Frauenarzt möchte.

Reicht eine einfache Überweisung?


Hält der Hausarzt eine dringende Facharztbehandlung für notwendig, versieht er die Überweisung mit einem Code. Mit diesem Code kann der Patient einen Behandlungstermin bei der Terminservicestelle anfordern. Die Terminservicestelle kann nicht bei Bagatelle- oder Routineuntersuchungen eingeschaltet werden.

 

Wie erreicht man die Terminservicestelle?


Momentan nur telefonisch. Die entsprechenden Telefonnummern werden auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums genannt. Zu finden unter: Bundesministerium für Gesundheit

Eine Online-Plattform zur Terminvergabe ist aber bis Mitte des Jahres geplant.

 

Was ist, wenn ein Patient den angebotenen Termin nicht wahrnehmen kann?


Sollte der Patient den angebotenen Termin nicht wahrnehmen können, hat er Anrecht auf einen Ersatztermin. Wird aber auch dieser nicht wahrgenommen, verfällt der Anspruch.

Bekommt man einen Termin bei seinem Wunscharzt?


Nein. Termine bei einem bestimmten Arzt werden nicht vermittelt. Aber die Terminservicestelle wird einen Termin bei einem qualifizierten Facharzt, der freie Kapazitäten hat, vermitteln.

Wo befindet sich der „qualifizierte Facharzt“?


Sie erhalten Termine bei Ärzten in Ihrer Nähe. Die Terminservicestelle ist angehalten, Termine nur in „zumutbarer Entfernung“ zu vermitteln. In der Regel bedeutet dies eine Fahrtzeit von 30 Minuten, für eine spezielle Untersuchung bei Fachärzten kann das auch bis zu einer Stunde Fahrtzeit bedeuten.

Wer übernimmt die Kosten für die Terminservicestellen?


Die Kosten werden von den kassenärztlichen Vereinigungen getragen.

Gibt es auch Kritik an der Einrichtung der Terminservicestellen?


Ja. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben bereits im Vorfeld Kritik an dem neuen System geübt.
Zum einen sind die Kosten für dieses Angebot nicht wirklich kalkulierbar und müssen zwangsweise von den KV´s getragen werden. Zum anderen sehen viele Ärzte die freie Arztwahl der Patienten dadurch eingeschränkt.

Zudem bemängeln Ärzte seit Jahren die hohe Anzahl von Patienten, die sich gleich bei mehreren Ärzten eine Meinung zu ihren gesundheitlichen Problemen einholen. Dies betrifft vor allem Augen- und Frauenärzte. Genau die Ärztegruppe für die keine Überweisung nötig ist zur Terminvergabe….


© Sofiapflege GmbH