Für Familien Pflege Jobs

Plötzlich aus dem Alltag gerissen

Ein Pflegefall tritt oft ganz plötzlich ein – von heute auf morgen werden Menschen beispielsweise durch einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder auch einen komplizierten Bruch aus ihrem normalen Leben gerissen und sind unerwartet auf die Hilfe anderer angewiesen. Für die Angehörigen, die damit konfrontiert sind, bricht nun eine schwierige Zeit an. Zum einen ist ein plötzlicher Pflegefall emotional belastend, zum anderen müssen nun recht rasch viele Dinge organisiert und Entscheidungen getroffen werden. Wir sagen Ihnen, was zu tun ist und woran Sie auf jeden Fall denken müssen.

 

 

Pflegebedarf erfassen und Beratung suchen

Grundsätzlich sollten Sie sich in dieser für Sie neuen Situation, Hilfe suchen und sich beraten lassen. Wenden Sie sich an einen Pflegestützpunkt oder an die kommunalen Pflegeberatungsstellen. In Kliniken gibt es die Sozialdienste, die auch beratend zur Seite stehen.

Wichtig zu wissen: Bei einer akut aufgetretenen Pflegesituation haben Beschäftigte das Recht, bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben, um die Pflege für einen nahen Angehörigen  – dazu zählen Eltern, Großeltern, Ehegatten oder Lebenspartner, Geschwister sowie die eigenen Kinder –  zu organisieren oder die Versorgung des Betroffenen sicherzustellen. Dafür gewährt die Pflegekasse auf Antrag, der umgehend eingereicht werden muss, ein Pflegeunterstützungsgeld, sofern der Arbeitgeber das Gehalt nicht fortzahlt. Die Pflegekasse ist übrigens der Krankenkasse des Pflegebedürftigen angegliedert.

Dann sollten Sie zeitnah analysieren, wie umfangreich der Pflegebedarf Ihres Angehörigen ist. Reicht eine stundenweise Betreuung durch die Angehörigen aus oder muss für den Pflegebedürftigen nun alles erledigt werden? Braucht er lediglich Hilfe beim An- und Ausziehen und bei der Haushaltsführung oder müssen die Körperpflege und die hygienische Versorgung auch mit übernommen werden?

Hilfreich für die Feststellung des Pflegebedarfs sind auch die im Internet kostenlos zur Verfügung stehenden Pflegegradrechner. Ein Pflegegradrechner ermöglicht Ihnen, den Grad der Pflegebedürftigkeit zu bestimmen. Anhand der von Ihnen gemachten Angaben berechnet er, welcher Pflegegrad Ihrem Angehörigen zustehen würde. So können Sie herausfinden, ob die Beantragung eines Pflegegrads bei der Pflegekasse sinnvoll ist.

 

 

Pflegegrad beantragen

Wenn das Ergebnis des Pflegegradrechners auf eine Pflegebedürftigkeit schließen lässt, so sollten Sie einen Antrag auf Erteilung eines Pflegegrades stellen. Wenden Sie sich dazu an die Pflegekasse des Angehörigen, der plötzlich zum Pflegefall geworden ist und stellen Sie dort den Antrag. Nur wenn der Pflegebedürftige eine Einstufung in einen Pflegegrad hat, erhält er finanzielle Mittel für die Finanzierung der Pflege. Sie können den Antrag formlos schriftlich, telefonisch oder per E-Mail stellen. Wir empfehlen die schriftliche Antragstellung. So können Sie – falls der Antrag bei der Pflegekasse irgendwie untergehen sollte – nachweisen, dass und wann Sie ihn gestellt haben. Dies ist auch deshalb wichtig, da die Kosten für die Pflege rückwirkend ab Antragstellung erstattet werden. Viele Kassen halten spezielle Formulare für die Antragstellung bereit.

 

 

Begutachtung vor Ort

Nach Eingang des Antrags schickt die Pflegekasse einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK), der sich die Situation des Pflegebedürftigen vor Ort anschaut und sie bewertet. Er verfasst ein Gutachten und gibt eine Empfehlung für den Grad Pflegebedürftigkeit ab, die Pflegekasse bestimmt dann letztendlich den Pflegegrad. Bei gesetzlich Versicherten ist der MDK für die Begutachtung zuständig, bei privat Versicherten sind es Gutachter von MEDICPROOF.

Auf diesen Begutachtungstermin sollten Sie sich gut vorbereiten! Führen Sie in der Zeit vor dem Termin ein Pflegetagebuch, damit Sie den genauen Pflegebedarf angeben können und damit der Gutachter die Situation auch realistisch einschätzen kann. Notieren Sie sich alle Fragen, die Ihnen wichtig sind. Beschönigen Sie die Situation nicht, tragen Sie aber auch nicht dick auf.

Den Bescheid über die Genehmigung oder Ablehnung eines Pflegegrads bekommen Sie von der  Pflegekasse zugeschickt. Im Falle einer Ablehnung können Sie binnen vier Wochen gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen.

 

Hier finden Sie weitere Informationen über das Gutachtenverfahren durch den MDK: Gutachter für die Pflegebedürftigkeit

Finanzierung der Pflege sicherstellen

Pflege ist teuer. Deshalb ist es wichtig, dass Sie als pflegebedürftiger Mensch oder als pflegender Angehöriger wissen, was Ihnen an finanziellen Mitteln und Zuschüssen zusteht. Und wer bezahlen muss, wenn die finanziellen Mittel des Pflegebedürftigen nicht ausreichen.

Wenn ein Pflegebedürftiger einen Pflegegrad erhält, bekommt er von der Pflegekasse Pflegeleistungen. Pflege- und Betreuungsleistungen erhalten pflegende Angehörige sowie professionelle Pflegekräfte. Auch wer in einer Pflegeeinrichtung versorgt wird, hat Anspruch auf Pflegeleistungen, für Wohnen und Essen kommt die Pflegeversicherung allerdings nicht auf. Alle Leistungen müssen bei der Kranken- oder der Pflegekasse beantragt werden!

 

 

Pflegegeld

Pflegegeld erhält, wer in den eigenen vier Wänden durch einen Angehörigen, Bekannten oder andere privat organisierte Betreuungspersonen gepflegt wird. Hierunter fallen auch Betreuungskräfte aus osteuropäischen Ländern. Voraussetzung für den Erhalt von Pflegegeld  ist, dass der Pflegebedürftige einen Pflegegrad hat. Die Höhe des Pflegegelds hängt vom Pflegegrad ab. Mit Pflegegeld in folgender Höhe können Sie rechnen:

Pflegegrad (PG) 1           kein Pflegegeld
Pflegegrad (PG) 2           316 Euro
Pflegegrad (PG) 3           545 Euro
Pflegegrad (PG) 4           728 Euro
Pflegegrad (PG) 5           901 Euro

 

 

Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen erhält, wer häusliche Pflegehilfe durch professionelle Pflegekräfte, also durch einen ambulanten Pflegedienst, in Anspruch nimmt. Diese Sachleistungen rechnet der Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse ab. Auch die Höhe der Pflegesachleistungen hängt vom jeweiligen Pflegegrad ab:

PG 1      keine Pflegesachleistung
PG 2      689 Euro
PG 3      1.298 Euro
PG 4      1.612 Euro
PG 5      1.995 Euro

Die Behandlungspflege – also Tätigkeiten wie Wundversorgung, Verbandswechsel, Medikamentengabe, Dekubitusbehandlung sowie Blutdruck- und Blutzuckermessung – fällt nicht unter die Pflegesachleistungen. Sie wird auf ärztliche Verordnung hin von examinierten Pflegekräften durchgeführt. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

 

 

Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistung

Pflegegeld und Pflegesachleistungen lassen sich auch kombinieren. Und zwar dann, wenn sowohl Sie als Angehöriger pflegen als auch ein ambulanter Pflegedienst beauftragt ist oder der Pflegebedürfte zusätzlich in einer Tagespflege- oder Nachtpflegeeinrichtung (ab Pflegegrad 2) versorgt wird. Der Pflegedienst rechnet seine Leistungen monatlich mit der Pflegekasse ab. Die Pflegekasse prüft dann, ob die Pflegesachleistungen voll ausgeschöpft wurden. Wenn dies nicht der Fall ist, erhalten Sie noch anteilig Pflegegeld.

 

 

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Neben dem Pflegegeld und den Pflegesachleistungen stehen Pflegebedürftigen, die zu Hause gepflegt werden, zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu. Diese unter § 45b SGB XI festgelegten Hilfen sind beispielsweise haushaltsnahe Dienstleistungen, Alltagsbegleitung oder Betreuung bei Demenz. Dafür erhalten Pflegebedürftige einen sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich, und zwar für alle Pflegegrade. Er ist Bestandteil der häuslichen Pflege, ergänzt also die Leistungen der ambulanten Pflege.

 

 

Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Wenn pflegende Angehörige krank sind oder eine Auszeit von der Pflege brauchen gewährt die Pflegekasse Zuschüsse für die Verhinderungspflege. Dafür steht Pflegebedürftigen pro Jahr ein Betrag von 1.612 Euro für bis zu sechs Wochen zur Verfügung. Alternativ können Pflegebedürftige auch die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Das bedeutet, sie sind vorübergehend in einer stationären Einrichtung untergebracht. Bei Pflegegrad 2 bis 5 betragen die Leistungen 1.612 Euro für Kosten der Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen. Wenn keine  Verhinderungspflege beantragt wird, erhöhen sich die jährlichen Zuschüsse für die Kurzzeitpflege sogar auf bis zu 3.224 Euro. Und bei Nichtnutzung der Kurzzeitpflege steigt der Anspruch für Verhinderungspflege auf bis zu 2.412 Euro an. Aufwendungen für Verhinderungspflege können beispielsweise die Kosten für Pflegesachleistungen eines ambulanten Pflegedienstes sein.  Oder auch die Betreuungsleistungen einer osteuropäischen Betreuungskraft. Antrag und Erstattung der Kosten für eine Verhinderungspflege sind auch rückwirkend möglich.

 

 

Hilfsmittel und Zuschüsse für barrierefreie Umbauten

Wenn Hilfsmittel benötigt werden und medizinisch notwendig sind, erstattet die Pflegekasse im Hilfsmittelverzeichnis aufgelistete erstattungsfähige Hilfsmittel wie Gehhilfen, Rollatoren, Pflegebetten, Toilettenstühle etc. Für Pflegehilfsmittel wie Desinfektionsmittel, Handschuhe, Schutzschürzen, Mundschutz oder Bettschutzunterlagen, die zum Verbrauch bei der Pflege zu Hause bestimmt sind, gewährt die Pflegekasse 40 Euro monatlich. Erstattet wird ab Pflegegrad 1. Wer Wohnraumanpassungen vornimmt, um die eigenen vier Wände des Pflegebedürftigen barrierearm oder barrierefrei zu machen, erhält einmalig einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro.

 

 

Unterhaltspflicht gegenüber den Eltern

Werden die Eltern zum Pflegefall und haben Probleme, die Pflege finanziell zu stemmen, ist man als Tochter oder Sohn für die Kosten mitverantwortlich. Unterhaltsverpflichtet sind Verwandte in gerader Linie, also Kinder und danach sogar Enkelkinder. Dies gilt dann, wenn das Vermögen der Eltern oder Großeltern nicht ausreicht, um die Kosten zu decken. Der Pflegebedürftige muss zunächst sein eigenes Vermögen und Einkommen aufbrauchen, ehe eine Unterhaltspflicht im Pflegefall infrage kommt.

Muss beispielsweise ein Elternteil ins Pflegeheim und die Zahlungen aus der Pflegeversicherung plus die monatliche Rente reichen für die Finanzierung nicht aus, bedeutet das unter Umständen für die Kinder, dass sie für ihre Eltern Unterhalt zahlen müssen. Zunächst springt zwar der Sozialhilfeträger ein, er fordert das Geld später aber von den Kindern zurück. Ob diese tatsächlich zahlen müssen, hängt von deren Einkommen und vom Vermögen ab. Vom bereinigten Nettoeinkommen wird ein Selbstbehalt von mindestens 1.800 Euro abgezogen, bei einer Familie ist der Selbstbehalt erhöht auf 3.240 Euro.

 

 

Vorsorgevollmacht – Patientenverfügung – Bestellung eines Betreuers

Wenn der Pflegefall unvermittelt eintritt und noch nicht geregelt ist, wer die notwendigen Entscheidungen treffen soll, wenn es der Betroffene einmal selbst nicht mehr kann, dann ist es nun höchste Zeit, sich um eine Vorsorgevollmacht zu kümmern.

Mit einer Vorsorgevollmacht wird einer anderen Person, der voll und ganz vertraut wird, das Recht eingeräumt, stellvertretend zu handeln. Dabei kann individuell festgelegt werden, auf welche Bereiche und Angelegenheiten sich das beziehen soll. Und es kann auch klar bestimmt werden, dass von der Vorsorgevollmacht erst dann Gebrauch gemacht werden darf, wenn der Vollmachtgeber selbst nicht mehr in der Lage ist, über seine Angelegenheiten zu entscheiden. Mit der Vorsorgevollmacht wird die Bestellung eines gesetzlichen Betreuers durch das Betreuungsgericht vermieden.

Wenn aber Ihr Angehöriger plötzlich pflegebedürftig ist, noch keine Vorkehrungen in rechtlicher Hinsicht getroffen worden sind und Ihr Angehöriger dazu nun auch nicht mehr in der Lage ist, bleibt nur die Möglichkeit, vom Vormundschaftsgericht einen Betreuer bestimmen zu lassen. Hierfür wird beim Amtsgericht ein Betreuungsantrag gestellt.

 

 

Vorsorgevollmacht besser notariell beurkunden lassen

Ist die Vorsorgevollmacht erstellt und man will sichergehen, dass die Vollmacht nicht angezweifelt wird, dann lässt man diese am besten notariell beurkunden. Die Vollmacht und den oder die Namen der bevollmächtigten Personen kann man auch beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen.

Unabhängig von der Vorsorgevollmacht ist es unabdingbar, sich um eine Konto- und Depotvollmacht bei der Bank zu kümmern. Nur so können auch die finanziellen Angelegenheiten von einer Person des Vertrauens geregelt werden.

Wichtig ist auch, dass die Angehörigen oder Vertrauten wissen, welche medizinischen Schritte im Fall einer Erkrankung ergriffen werden sollen. Tauschen Sie sich dazu rechtzeitig aus. Je detaillierter Sie wissen, welche Haltung der Betroffene beispielsweise zu lebenserhaltenden Maßnahmen im Notfall hat, desto besser könnten sie in seinem Sinne entscheiden. Idealerweise wird dies in einer Patientenverfügung schriftlich festgehalten. Hier geht es vor allem um den Umfang lebenserhaltender Maßnahmen, die Behandlung von Schmerzen oder auch um die künstliche Ernährung

Entscheidung für eine Form der Pflege

Eine der wichtigsten Entscheidungen bei einem plötzlichen Pflegefall ist die, wo der Betroffene künftig gepflegt und versorgt werden soll – zu Hause oder im Pflegeheim. Dies ist eine ganz individuelle Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt. Entscheidend ist sicher, dass die Individualität und die Selbstständigkeit auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit weitestgehend erhalten bleiben.

 

Kasten: Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet im Übrigen einen Wegweiser für ältere Menschen, die auf der Suche nach der passenden Wohn- und Betreuungsform sind. Informationen, Kriterien und Checklisten sollen bei der Entscheidungsfindung helfen.

www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/auf-der-suche-nach-der-passenden-wohn--und-betreuungsform/77508

 

 

Die stationäre Pflege

Die stationäre Pflege im Pflegeheim stellt die hauswirtschaftliche und pflegerische Versorgung durch Personal mit medizinischer Fachausbildung sicher. Zudem bietet das Heim die Möglichkeit, soziale Kontakte mit Gleichaltrigen aufzubauen. Dies ist vor allem auch dann interessant, wenn die Angehörigen nicht in nächster Umgebung wohnen und somit den Pflegebedürftigen nicht regelmäßig besuchen können. In der Regel gibt es im Heim diverse Freizeitaktivitäten und kulturelle Angebote.

Die stationäre Pflege hat natürlich ihren Preis, ist also meist mit recht hohen Kosten verbunden. Zudem muss sich der Pflegebedürftige an eine neue, anfangs völlig fremde Umgebung gewöhnen und wird aus seinen sozialen Strukturen gerissen. Statt seiner eigenen Wohnung hat er dann nur noch ein Zimmer als Rückzugsort.

Sollte die Entscheidung für den Umzug in ein Pflegeheim fallen, ist es wichtig, dieses sorgfältig auszusuchen und gut zu prüfen, ob die Tagesstruktur und die Angebote im Heim den Bedürfnissen des künftigen Bewohners einigermaßen gerecht werden.

Auf die Möglichkeiten von betreutem Wohnen, gemeinschaftlichem Wohnen und ambulant betreuten Pflegewohngruppen soll in diesem Beitrag nicht näher eingegangen werden.

 

 

Die häusliche Pflege

Die Alternative zum Pflegeheim ist die häusliche Pflege durch Angehörige, manchmal auch durch Freunde und Bekannte. So kann der Pflegebedürftige in seinem Zuhause und damit in seinem gewohnten Umfeld bleiben. Auch der Tagesablauf kann in vielen Fällen einigermaßen aufrechterhalten und die Pflege individueller gestaltet werden.

In vielen Fällen bedeutet dies aber auch, dass ein Angehöriger die Pflege übernimmt und seinen Beruf dafür reduziert oder sogar aufgibt. Meistens ist die Pflege mit einem hohen zeitlichen Aufwand und einer großen persönlichen Belastung für den pflegenden Angehörigen verbunden.

Die Pflege zu Hause kann auch komplett durch einen ambulanten Pflegedienst durchgeführt werden, wenn der Betroffene nicht rund um die Uhr Hilfe benötigt. Ambulante Pflegedienste kommen bei Bedarf mehrmals täglich oder mehrmals in der Woche ins Haus. Sie bieten medizinische, pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung im häuslichen Umfeld. Denkbar ist die Versorgung natürlich auch in einer Kombination von Angehörigem und ambulantem Pflegedienst. So ist der Angehörige zumindest ein wenig entlastet.

Zusätzlich zur ambulanten Pflege durch einen Pflegedienst ist es ratsam, einen Hausnotruf zu installieren. So ist garantiert, dass der Pflegebedürftige jederzeit Hilfe anfordern kann, wenn er sich gerade alleine in seiner Wohnung befindet. Ein Hausnotruf ist ein anerkanntes Hilfsmittel und wird in der Regel von den Kassen mitfinanziert, wenn ein Pflegegrad vorhanden ist.

 

 

Die teilstationäre Pflege

Es gibt auch die Möglichkeit der teilstationären Pflege. Sie kombiniert die häusliche und die stationäre Pflege und  ermöglicht dem Betroffenen – trotz eines erhöhten Pflegebedarfs – zu Hause wohnen zu bleiben und sich im Rahmen der Nacht- oder Tagespflege in Pflegeeinrichtungen betreuen zu lassen. Dies stellt auch für berufstätige Angehörige, die zusätzlich pflegen, eine große Entlastung dar.

 

 

Die 24-Stunden-Betreuung

Nachzudenken ist auch darüber, ob man dem zu Betreuenden nicht eine 24-Stunden-Betreuungskraft an die Seite stellen möchte. Die von diversen Agenturen –  so auch von der Sofiapflege – vermittelten Haushaltshilfen und Betreuungskräfte kommen aus Osteuropa und kümmern sich um die hauswirtschaftliche und pflegerische Versorgung des Betroffenen und leben mit ihm gemeinsam in seinem Zuhause, sind also auch nachts vor Ort. Damit entlasten sie die betroffenen Familien und die pflegenden Angehörigen enorm.

 

 

Auszeit vom Pflegealltag

Wenn Sie sich als Angehöriger dafür entscheiden, die Pflege zu übernehmen, dann ist es äußerst wichtig, sich regelmäßig eine Auszeit vom Pflegealltag zu nehmen. Für diese Auszeiten gibt es Entlastungsangebote. Ist die Pflege wegen Urlaub oder Krankheit des pflegenden Angehörigen zu Hause vorübergehend nicht möglich, kann die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung in Anspruch genommen werden. Alternativ bietet sich die sogenannte Verhinderungspflege an. Dann erledigt eine andere Person – zum Beispiel ein ambulanter Pflegedienst oder eine 24-Stunden-Betreuung – die Aufgaben. Jährlich können am Stück oder über das Jahr verteilt bis zu sechs Wochen Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden.

 

 


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