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Verhinderungspflege - Entlastung für die Angehörigen

Die Leistungen der Verhinderungspflege umfassen bis zu 1.612,00 Euro im Jahr.
Wer einen pflegebedürftigen Angehörigen hat, kann die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Die Verhinderungspflege wird durch die Pflegeversicherung geleistet.

Auch wenn die Pflege durch eine erwerbsmäßig tätige Pflegeperson übernommen wird, gilt dieser Anspruch. Denn auch die (ausländische) Betreuungskraft hat Urlaubsansprüche oder fällt vielleicht durch Krankheit aus.

Die Pflegeversicherung übernimmt dann die Kosten einer Ersatzpflege. Sie kann für maximal 42 Tage, also vier Wochen, im Jahr in Anspruch genommen werden.

Voraussetzungen für einen Anspruch auf Verhinderungspflege:

  • Die pflegebedürftige Person wurde vor der Verhinderung mindestens 6 Monate in häuslicher Umgebung gepflegt worden. Maßgebend für die Sechs-Monats-Frist ist der Eintritt der Hilfsbedürftigkeit und nicht die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen.
  •  Der Pflegebedürftige wurde bereits in einer Pflegestufe eingestuft. Auch Menschen mit Pflegestufe 0 (das betrifft vor allem Demenzkranke) können die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen.

 

Finanzielle Pflegeleistungen der Verhinderungspflege

Wird die Verhinderungspflege von einer erwerbsmäßig tätigen Person (also zum Beispiel einer ausländischen Betreuungskraft von der Sofiapflege) oder einem ambulanten Pflegedienst übernommen, beläuft sich die Pflegeleistung auf bis zu 1.612 Euro je Kalenderjahr. Bei Ersatzpflege durch entferntere Verwandte, die nicht mit dem Pflegebedürftigen bis zum 2. Grade verwandt oder verschwägert sind oder durch Nachbarn können ebenfalls bis zu 1.612 Euro in Anspruch genommen werden.

Wird die Ersatzpflege durch einen nahen Angehörigen nicht erwerbsmäßig sichergestellt, dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse den 1,5 fachen Betrag des Pflegegeldes des festgestellten Pflegegrades nicht überschreiten. Wenn in diesem Fall notwendige Aufwendungen der Pflegeperson (zum Beispiel Fahrkosten oder Verdienstausfall) nachgewiesen werden, kann die Pflegeleistung auf bis zu insgesamt 1.612 Euro aufgestockt werden. Insgesamt dürfen die Pflegeleistungen der Kasse den Betrag von 1.612 Euro nicht übersteigen.

Seit Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes von 2017 wird während der Verhinderungspflege bis zu vier Wochen je Kalenderjahr die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.

Kombination von Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege

Seit dem 1. Januar 2015 können ergänzend zum Leistungsbetrag für die Verhinderungspflege bis zu 50 Prozent des Kurzzeitpflegebetrags (das sind bis zu 806 Euro im Kalenderjahr) als häusliche Verhinderungspflege genutzt werden. Der für die Verhinderungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet.

Damit stehen nun bis zu 2.418 Euro im Kalenderjahr für die Verhinderungspflege zur Verfügung. Dies kommt insbesondere den Anspruchsberechtigten zugute, die eine längere Ersatzpflege benötigen und für die es keine Betreuung in einer geeigneten vollstationären Kurzzeitpflegeeinrichtung gibt und somit der Anspruch bisher nicht genutzt werden konnte.

Der verbleibende Anspruch auf Kurzzeitpflege beträgt dann € 806,00 und kann bis zum Ende des Kalenderjahres in Anspruch genommen werden.

Antrag auf Verhinderungspflege

Wichtig ist es, einen Antrag auf Verhinderungspflege zu stellen. Dieser Antrag wird bei der entsprechenden Pflegeversicherung oder auch bei der Krankenkasse eingereicht. Es ist jedoch keine Voraussetzung für den Erhalt der Leistung, dass der Antrag im Voraus gestellt wurde, das heißt, auch im Nachhinein kann das Geld noch ausgezahlt werden. Hier finden Sie einen kostenlosen Vordruck, um den Antrag auf Verhinderungspflege bei Ihrer Pflegekasse zu stellen.

Sollten Sie darüber hinaus noch Fragen zum Thema Verhinderungspflege haben oder zum Antrag, steht Ihnen Ihr persönlicher Kundenbetreuer der Sofiapflege gerne beratend zur Seite.

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