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Gesucht und gefunden - Barbara Menningen

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Beim Beratungsgespräch Anfang dieses Jahres bei Frau Barbara Menningen zu Hause, hatte sie deutliche Wünsche: Ihre neue Betreuungskraft sollte aus Polen kommen, da sie selbst in Niederschlesien geboren ist. Weiblich und erfahren sollte sie sein, über gute Deutschkenntnisse und einen Führerschein verfügen und auf jeden Fall Nichtraucherin.

 

Tatsächlich brauchte es kaum länger als gewöhnlich, bis ich ihr eine Dame vorstellen konnte, die alle Anforderungen abdeckte. Frau Menningen fand den Profilbogen ganz ausgezeichnet und Anfang Februar reiste Frau Malgorzata Opacian aus Bydgoszcz, ehemals Bromberg in Polen, an.

 

Heute Nachmittag, sechs Monate später, hatte ich mich zu einem Besuch bei ihr in dem kleinen, heimeligen Dorf Perouse angemeldet, um die beiden Damen persönlich kennen zu lernen. Natürlich hatten wir in den letzen Monaten regelmäßig miteinander telefoniert: mir war bekannt, dass die Suche und die Begegnung der beiden Frauen erfolgreich war und dass sich beide wohl fühlen – doch wollte ich mich selbst überzeugen.

 

Vorweg genommen: es waren die fröhlichsten zwei Stunden seit langem!

Zunächst kollidierte mein Besuch mit einem Fußpflegetermin, der regelmäßig im Hause Menningen stattfindet – die Dame wurde aber kurzerhand in die Runde integriert. Ebenso wie die rührige Nachbarin Frau Keppler, die im Januar den ersten Anruf mit der Bitte um Hilfe an die Sofiapflege durchführte: „durch Nachbarn, die bereits eine Betreuungskraft von uns hatten, sei ihr empfohlen worden...“

 

(Übrigens die beste Empfehlung, die wir bekommen können!)

 

Dass gute Nachbarschaft heute noch funktioniert, erfuhr ich dann in mehren Geschichten. Nicht zu eng, aber nah genug, dass man nach einander sieht. Schließlich habe man 1971 gemeinsam die Häuser gebaut und so lange kennt man sich ja schon.

 

Als Frau Menningen, geb. 1928, vor wenigen Jahren verwitwete, bemerkte Frau Keppler von nebenan, dass sie nicht mehr wirklich gut allein zurecht kam. Das Ehepaar Menningen war kinderlos und Frau Menningen, die immer schlechter laufen konnte, vereinsamte ein wenig und konnte das Haus und den Garten nicht mehr selbst bestellen oder verlassen. Frau Keppler als Nachbarin, Freundin und Steuerfachkraft nahm das Ruder in die Hand und kümmert sich seither liebevoll um Frau Menningen, übernahm die finanzielle Verwaltung und fragte bei der Sofiapflege nach.

So fröhliche, vertraute Menschen lassen das Herz höher schlagen. Frau Menningen und Frau Opacian waren vom ersten Moment an ein Herz und eine Seele, wie sie beide versichern. Das Erste, was sie miteinander getan haben: sie haben ein Auto gekauft. Frau Menningen hat nie Auto fahren gelernt, aber sie hat sich jemanden gewünscht, der das kann und mit ihr noch ein wenig herumfährt – nicht nur zum Einkaufen, sondern um auch mal heraus zu kommen und etwas zu sehen und zu erleben.

 

 

 

Ihren größten Wunsch hatte sie mir vor Monaten schon verraten: sie wollte noch einmal ihre alte Heimat wiedersehen. Dieser Wunsch ist inzwischen in Erfüllung gegangen: im Mai ist sie mit Malgorzata und ihrem Ehemann nach Polen in ihr Heimatdorf gefahren und hat ihr Elternhaus wieder gesehen – auch wenn sie davon furchtbar enttäuscht war. Manchmal sind die Erinnerungen halt doch schöner als die Gegenwart. Dafür schwärmt sie von Malgorzatas Heimatstadt Bromberg / Bydgoszcz. Vier Tage waren die drei unterwegs, dabei hat Frau Menningen einen großen Teil von Malgorzatas Familie kennen gelernt. Schöne Fotos erinnern an diesen Kurzurlaub.

 

Malgorzatas Ehemann Marian, der seit Jahren in Stuttgart arbeitet, bekam sie sozusagen als Zugabe. Nach anfänglichen höflichen Besuchen, kommt er inzwischen jeden Freitagabend bis zum Sonntag. Er pflegt dann den Garten, mäht den Rasen und repariert, was eben so anfällt.

 

Malgorzata kümmert sich um den Rest: hilft Frau Menningen bei der Körperpflege, macht Haushalt und Wäsche und kocht. Zum Einkaufen fahren sie gemeinsam. Am Wochenende unternehmen die drei etwas, machen kleine Ausflüge oder gehen mal schön zum Essen. Die Opacians sind in der Nachbarschaft bekannt und akzeptiert und freundschaftlich aufgenommen. Was will man mehr?

 

Nach Kaffee und Kuchen und einem Tröpfchen Likör wird mir noch wärmer, als Frau Menningen mir zum Abschied mit glänzenden Augen erzählt: „Wissen Sie, mir geht es wieder richtig gut und ich bin sehr zufrieden. Ich habe noch einmal eine Familie bekommen!“

 

Dem ist gar nichts hinzuzufügen! Glück gehabt und dreimal auf Holz geklopft!

 

Ihre

Ines Roos-Siebold

Bestandskundenbetreuerin


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