Wenn Eltern alt werden – die Pflegebedürftigkeit gemeinsam meistern

Trotz anhaltender Versprechungen der Politik lassen sich die Bedingungen in den meisten Krankenhäusern und Pflegeheimen häufig nur als chaotisch bezeichnen. Der Mangel an ausgebildetem Personal sorgt schon heute für eine nicht ausreichende oder schlechte Versorgung der Bewohner.

In den nächsten Jahren wird sich die Situation noch weiter verschlimmern. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat prognostiziert, dass bis 2035 mehr als 300.000 Pflegekräfte fehlen werden. Hinzu kommt die steigende Anzahl an betreuungsbedürftigen Menschen, die der demografische Wandel nun einmal mit sich bringt.

Bei diesen Zahlen denken viele Kinder (zurecht) mit Schrecken an die Zukunft ihrer pflegebedürftigen Eltern. In diesem Beitrag soll aufgezeigt werden, welche Gefahren von der aktuellen Situation in den Pflegeeinrichtungen ausgeht und wie die geliebten Eltern in Sicherheit und Würde ihrem letzten Lebensabschnitt entgegenblicken können.

Eines vorweg: Die Fachkräfte in den Pflegeeinrichtungen machen einen hervorragenden Job, der viel zu wenig honoriert wird. Die Bewohner sehen diese tatkräftigen Angestellten in der Regel regelmäßiger als ihre Familienangehörigen und sind ihnen sehr dankbar für ihre Dienste.

Dennoch sind diese Pflegefachkräfte nur Menschen mit einem endlichen Vorrat an Energie. Da in den meisten Einrichtungen personeller Notstand herrscht, müssen sich die vorhanden Mitarbeiter um viel zu viele Bewohner gleichzeitig kümmern. Besonders nachts ist die Lage prekär. In dieser Zeit betreuen die Beschäftigten im Durchschnitt 52 Menschen. Alleine! In einigen Pflegeheimen sind es sogar bis zu 100 Bewohner.

Bei dieser gravierenden Unterbesetzung kommen selbst die belastbarsten Pflegerinnen und Pfleger an ihre Grenzen. Sie sind so gestresst, dass sich Fehler bei der Behandlung einstreuen, die zu ernsten Folgen führen können. Wenn Medizin nicht rechtzeitig gespritzt wird oder Patienten zu lange auf einer Seite liegen, drohen ihnen körperliche Beschwerden und im schlimmsten Fall dauerhafte Schäden.

Um die Gefahren zu minimieren werden eine Menge Heimbewohner mit Medikamenten beruhigt oder durch Gurte gesichert. Eine mehr als unangebrachte Vorgehensweise, die für die überforderten Arbeitskräfte aber anscheinend alternativlos ist.

Darüber hinaus hat die permanente Überforderung der Pflegekräfte nicht nur negative Auswirkungen auf die Gesundheit der älteren Menschen. Die Mitarbeiter selbst können dem dauerhaften Stress nur wenige Jahre standhalten. Psychische Erkrankungen führen zu langen Ausfallzeiten, was die Personalnot weiter verschärft. Ein Teufelskreis.

In den eigenen vier Wänden und im Schoße der Familie lässt sich das Altern am besten verwinden. Die Kinder haben dadurch immer ein Auge auf ihre Eltern und können im Notfall selbst eingreifen. Damit sie von den Anforderungen der häuslichen Pflege nicht überrascht werden, sollten die Angehörigen vorher jedoch einige Punkte in Erfahrung bringen.

Wenn die Betreuung der Eltern im wirtschaftlichen Ruin mündet, ist niemandem geholfen. Es ist daher sinnvoll, mit dem Arbeitgeber über die veränderte Lage im Haushalt zu sprechen. Können Arbeitszeiten verkürzt werden oder lassen sich einige Tage oder Stunden in der Woche im Homeoffice bewältigen? Ehrlichkeit ist in diesem Falle immer angeraten.

Viele Vorgesetzte haben selbst pflegebedürftige Menschen in ihrem persönlichen Umfeld und können die Nöte und Sorgen ihrer Angestellten nachvollziehen. Es wird am Arbeitsplatz erst ungemütlich, wenn längere Fehlzeiten unentschuldigt in der Personalakte landen. Lieber sofort mit offenen Karten spielen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Verkürzte Arbeitszeiten bedeuten allerdings in der Regel auch weniger Gehalt.

Selbst wenn mit dem Arbeitgeber alles geregelt ist, bedeutet die Pflege einer geliebten Person einen größeren finanziellen Aufwand für den betroffenen Haushalt. Neben der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten fällt auch die Renovierung der Wohnung bzw. des Hauses ins Gewicht. Badewannen und Toiletten müssen beispielsweise seniorengerechter gemacht werden, um den älteren Menschen den Gebrauch zu ermöglichen.

Die Versicherung zahlt den Personen, die einen Verwandten oder Freund betreuen, Pflegegeld, um die vermehrten Kosten in Angriff nehmen zu können. Die Höhe dieser Zuwendung richtet sich nach dem Pflegegrad, der sich aus der körperlichen und geistigen Beeinträchtigung ergibt. Beim Pflegegrad 2 werden zum Beispiel bis zu 316 Euro im Monat bezahlt, während der Pflegegrad 5 eine Auszahlung von bis zu 901 Euro ermöglicht.

Für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit schickt die Versicherung übrigens einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin vom Medizinischen Dienst. In einem ausführlichen Gespräch werden unter anderem die Beweglichkeit und die geistige Fitness abgefragt und getestet. Im Anschluss wird eine Empfehlung an die Versicherung ausgesprochen. Bis diese Prozedur zu einem Ergebnis kommt, können meistens mehrere Wochen oder Monate vergehen, was zu finanziellen Engpässen führt.

Die Betreuung der Eltern muss und sollte nicht von den Kindern in Eigenregie übernommen werden. Es ist natürlich nachvollziehbar, dass für Mama und Papa nur die beste Pflege infrage kommt. Nur wird diese eben in der Regel nicht vom eigenen Nachwuchs gewährleistet, da sie – trotz aller Hingabe – nicht über die nötigen Fertigkeiten verfügen, um einen älteren Menschen angemessen zu pflegen.

Eine häusliche Betreuungskraft hingegen ist eine geschulte Fachperson, die durch jahrelange Erfahrung auf jede Situation vorbereitet ist. Auch nachts ist damit immer ein ausreichender Schutz vorhanden. Die Betreuungshilfe lebt bei ihren Auftraggebern im Haushalt und ist bei kleinen und großen Problemen immer ansprechbar. Durch den engen Kontakt wird eine persönliche Beziehung aufgebaut, die weit über ein sachliches Arbeitsverhältnis hinausgeht. Intimere Beschwerden werden auf diesem Wege schneller offenbart und behandelt.

Die ausgebildeten Pflegekräfte sind außerdem mit allen Prozessen vertraut, die mit der häuslichen Betreuung einhergehen. Sie wissen beispielsweise, welche Halterungen im Bad angebracht werden oder welche Unterlagen für die schnelle Beantragung von Fördermitteln ausgefüllt sein müssen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil der Betreuungskraft liegt in der gleichbleibenden Unabhängigkeit der Familienmitglieder. Die Kinder müssen ihren Lebensalltag nicht erst über Monate den Bedürfnissen ihrer Eltern anpassen. Die älteren Personen wiederum können in ihrem eigenen Haus oder ihrer Wohnung bleiben. Sie plagen auch weniger Gewissensbisse, weil sie ihrem Nachwuchs weniger Umstände bereiten.

Wenn die pflegebedürftigen Eltern nicht in einem völlig unterbesetzten Seniorenheim untergebracht werden sollen, stellt eine häusliche Betreuungskraft die perfekte Lösung dar. Sie sorgt sich rund um die Uhr um ihre Klienten und ist schnell mit deren Gewohnheiten vertraut. Die betreuten Personen sind in den besten Händen und genießen dabei den Komfort des eigenen Zuhauses.

Das Beste: Die Kinder können weiterhin jederzeit vorbeikommen. Es gibt keine festen Besuchszeiten, sodass spontanen Verabredungen nichts mehr im Wege steht.

Quellen:

de.statista.com/statistik/daten/studie/172651/umfrage/bedarf-an-pflegekraeften-2025/

www.tagesspiegel.de/politik/studie-zu-pflegeheimen-im-nachtdienst-versorgt-eine-pflegerin-52-bewohner/12575024.html

www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege-zu-hause.html

www.pflege-durch-angehoerige.de/haeusliche-pflege/checkliste-haeusliche-pflege/

 

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