Das Tätigkeitsprofil von Betreuungspersonen

Der Tätigkeitsumfang von osteuropäischen Betreuungspersonen wurde bisher kaum wissenschaftlich untersucht. Nun hat erstmals eine Forschergruppe der Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland (BAGSS) das Aufgabenspektrum und den zeitlichen Aufwand analysiert.

Laut der Studie haben die sogenannten 24 Stunden Betreuungskräfte eine durchschnittliche tägliche Einsatzzeit von unter sieben Stunden bei einer Einsatzdauer von circa 8 Wochen.

Für die Studie wurden 904 polnische Betreuungspersonen, 94 Familienangehörige von pflegebedürftiger Senioren und 65 Dienstleistungsunternehmen der Branche befragt. Ein zehnköpfiges Forschungsteam hat ein Jahr lang an der Studie gearbeitet.

Heraus kamen interessante Ergebnisse, die nicht immer das gesellschaftliche Bild spiegeln.

Wir haben die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammengefasst:

  • Hauptarbeitsinhalte sind Hauswirtschaft, gefolgt von Betreuung und Grundpflege
  • durchschnittliche tägliche Arbeitszeit beträgt 6:47 h. Somit entsteht eine Wochenarbeitszeit von 45:31h in der Woche.
  • Pro Jahr werden durchschnittlich 200 Tage gearbeitet
  • durchschnittlich erfolgen drei bis vier Einsätze pro Jahr von ca. 8 Wochen Dauer
  • das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen der Betreuungspersonen beträgt EUR 1.175 bei freier Kost und Logis, dies ergibt ein durchschnittliches Brutto-Einkommen von 2.000 Euro / Monat
  • die überwiegende Mehrheit der Betreuungspersonen bewertet ihr Beschäftigungsverhältnis als fair und von hoher Autonomie gekennzeichnet

 

Die Sofiapflege begrüßt die Ergebnisse der Studie. Wir möchten jedoch anmerken, dass die befragten Betreuungspersonen sich in der Regel in einem legalen Arbeitsverhältnis befunden haben. Ein Großteil der Betreuungskräfte in Deutschland arbeitet aber schwarz ohne Anmeldung - und befindet sich somit in einer ungeschützten Arbeitszone. Nach unserem Kenntnisstand geht es diesen Kräften deutlich schlechter. Sie werden schlechter entlohnt, haben keine Kranken- oder Unfallversicherung und eine deutlich höhere Arbeitszeit.

Als vorrangiges Ziel muss die Pflegepolitik also daran arbeiten, die Schwarzarbeit weiter einzudämmen und die illegalen Arbeitsverhältnisse zu legalisieren.

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