Kosten und Zuschüsse für die private 24-Stunden-Betreuung

Was kostet eine 24 Stunden Betreuung?

Die häusliche 24-Stunden-Betreuung ist mittlerweile für viele Menschen in Deutschland eine Alternative zum Pflegeheim geworden. Unter anderem auch deshalb, weil die Kosten in der Regel deutlich niedriger ausfallen als der Eigenanteil in einer stationären Einrichtung. Der Preisvorteil wird besonders dann deutlich, wenn zwei Personen (zum Beispiel ein Ehepaar) gepflegt werden müssen. Aber von welchen Faktoren hängen die Kosten für die 24-Stunden-Betreuung ab?

Man kann die Bemessungsgrundlage grundsätzlich wie folgt einteilen:

  • Wie umfangreich ist die Betreuung des Patienten?
  • Wie mobil ist die zu betreuende Person? Ist die Person hauptsächlich bettlägerig, im Rollstuhl oder noch selbständig unterwegs?
  • Liegt eine Demenz vor?
  • Wie hoch ist der Grundpflegeanteil der Betreuung? Wie hoch der hauswirtschaftliche Bereich?
  • Soll noch eine weitere Person, die ebenfalls im Haushalt lebt, betreut werden?
  • Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sollte die Betreuungskraft haben?
  • Wie gut sind die Deutschkenntnisse der Betreuungskraft?
  • Benötigt die Betreuungskraft zwingend einen Führerschein?
  • Wie erfahren soll die Betreuungskraft sein?
     

 

 

Preisbeispiel

Hier ein Preisbeispiel für folgende Konstellation:

  • Patient hat eine Gehhilfe, trägt Windeln und hat Pflegegrad 3
  • Die Betreuungskraft hat mittlere Deutschkenntnisse und schon Pflegeerfahrung
Kosten und Zuschüsse Preiskategorie
Kosten für die Betreuungskraft pro Monat 2.150,00 €
Vermittlungs- und Betreuungsgebühr  69,00 €
Pflegegeld für Pflegegrad 3  -545,00 €
Verhinderungspflegegeld (bis zu 2.418 EUR / Jahr)  -201,50 €
Steuervorteile bis 4.000 EUR / Jahr  - 333,00 €
Gesamtbelastung pro Monat effektiv 1.139,50 €

Welche Zuschüsse und Leistungen aus der Pflegeversicherung stehen Ihnen zu?

Pflegeleistungen

Es gibt diverse Leistungen und Zuschüsse im Pflegefall von der Pflegekasse, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen wollen. Pflege- und Betreuungsleistungen erhalten pflegende Angehörige sowie professionelle Pflegekräfte. Alle hier aufgeführten Leistungen müssen bei der Kranken- oder der Pflegekasse beantragt werden! Für den Erhalt der Leistungen ist in der Regel die Einstufung in einen Pflegegrad notwendig.Der erste Schritt ist somit die Anforderung eines Gutachtens durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). 

 Abhängig vom festgestellten Pflegegrad fallen nun die Pflegeleistungen aus.

Pflegegeld

Pflegegeld erhält, wer in den eigenen vier Wänden durch einen Angehörigen, Bekannten oder andere privat organisierte Betreuungspersonen gepflegt wird. Hierunter fallen auch Betreuungskräfte aus osteuropäischen Ländern. Voraussetzung für den Erhalt von Pflegegeld  ist, dass der Pflegebedürftige einen Pflegegrad hat. Die Höhe des Pflegegelds hängt vom Pflegegrad ab. Mit Pflegegeld in folgender Höhe können Sie rechnen:

PG 1      kein Pflegegeld
PG 2      316 Euro
PG 3      545 Euro
PG 4      728 Euro
PG 5      901 Euro

Übrigens: Wer Pflegegeld erhält (Pflegegrade 2 bis 5), für den sind pro Jahr zwei Beratungsbesuche von geschulten Fachkräften vorgeschrieben und müssen wahrgenommen werden. Die Fachkräfte geben wertvolle Tipps für die Erleichterung und Verbesserung der Pflege und Betreuung zu Hause sowie für eventuelle Anpassungen des Wohnraums.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema Pflegegeld.

Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen erhält, wer häusliche Pflegehilfe durch professionelle Pflegekräfte, also durch einen ambulanten Pflegedienst, in Anspruch nimmt. Diese Sachleistungen rechnet der Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse ab. Auch die Höhe der Pflegesachleistungen hängt vom jeweiligen Pflegegrad ab:

PG 1      keine Pflegesachleistung
PG 2      689 Euro
PG 3      1.298 Euro
PG 4      1.612 Euro
PG 5      1.995 Euro

Die Behandlungspflege – also Tätigkeiten wie Wundversorgung, Verbandswechsel, Medikamentengabe, Dekubitusbehandlung sowie Blutdruck- und Blutzuckermessung – fällt nicht unter die Pflegesachleistungen. Sie wird auf ärztliche Verordnung hin von examinierten Pflegekräften durchgeführt und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema "Pflegesachleistungen".

Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistung

Pflegegeld und Pflegesachleistungen lassen sich auch kombinieren. Und zwar dann, wenn sowohl Sie als Angehöriger pflegen als auch ein ambulanter Pflegedienst beauftragt ist oder der Pflegebedürfte zusätzlich in einer Tagespflege- oder Nachtpflegeeinrichtung (ab Pflegegrad 2) versorgt wird. Der Pflegedienst rechnet seine Leistungen monatlich mit der Pflegekasse ab. Die Pflegekasse prüft dann, ob die Pflegesachleistungen voll ausgeschöpft wurden. Wenn dies nicht der Fall ist, erhalten Sie anteilig noch Pflegegeld.

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Neben dem Pflegegeld und den Pflegesachleistungen stehen Pflegebedürftigen, die zu Hause gepflegt werden, zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu. Diese unter § 45b SGB XI festgelegten Hilfen sind beispielsweise haushaltsnahe Dienstleistungen, Alltagsbegleitung oder Betreuung bei Demenz. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Anbieter dieser Dienstleistungen von der Pflegekasse zugelassen ist.

Dafür erhalten Pflegebedürftige einen sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich, und zwar für alle Pflegegrade. Er ist Bestandteil der häuslichen Pflege, ergänzt also die Leistungen der ambulanten Pflege.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema "Entlastungsbetrag".

Verhinderungspflege

Wenn pflegende Angehörige krank sind oder Urlaub machen wollen gewährt die Pflegekasse Zuschüsse für die Verhinderungspflege. Dafür stehen den Pflegebedürftigen pro Jahr 1.612 Euro für bis zu sechs Wochen zur Verfügung.

Bei Nichtnutzung der  Kurzzeitpflege steigt der Anspruch für Verhinderungspflege sogar auf bis zu 2.412 Euro an. Erstattet werden die Kosten ab Pflegegrad 2. Aufwendungen für Verhinderungspflege können beispielsweise die Kosten für Pflegesachleistungen eines ambulanten Pflegedienstes sein. Oder auch die Betreuungsleistungen einer osteuropäischen Betreuungskraft. Antrag und Erstattung der Kosten für eine Verhinderungspflege sind auch rückwirkend möglich.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema "Verhinderungspflege".

Kurzzeitpflege

Nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn der pflegende Angehörige krank wird, eine Auszeit benötigt oder Urlaub machen möchte, können Pflegebedürftige auch die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Das bedeutet, sie sind vorübergehend in einer stationären Einrichtung. Üblicherweise handelt es sich um Zeiträume von zwei bis vier Wochen. Bei Pflegegrad 2 bis 5 betragen die Leistungen 1.612 Euro für Kosten der Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen. Wenn keine  Verhinderungspflege beantragt wird, erhöhen sich die jährlichen Zuschüsse für die Kurzzeitpflege sogar auf bis zu 3.224 Euro.

Hier finden Sie weiter Informationen zum Thema "Kurzzeitpflege".

Hilfsmittel

Wenn Hilfsmittel benötigt werden und medizinisch notwendig sind, gewährt die Pflegekasse die Erstattung von im Hilfsmittelverzeichnis aufgelisteten erstattungsfähigen Hilfsmitteln wie Gehhilfen, Rollatoren etc.

Für Pflegehilfsmittel wie Desinfektionsmittel, Handschuhe, Schutzschürzen, Mundschutz oder Bettschutzunterlagen, die zum Verbrauch bei der Pflege zu Hause bestimmt sind, gewährt die Pflegekasse 40 Euro monatlich. Voraussetzung ist, dass ein Pflegegrad vorliegt. Erstattet wird ab Pflegegrad 1.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema "Pflegehilfsmittel".

Zuschüsse

Wer Wohnraumanpassungen vornimmt, um die eigenen vier Wände des Pflegebedürftigen barrierearm oder barrierefrei zu machen, dem gewährt die Pflegekasse einmalig einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro. Wenn sich der Pflegegrad des Versicherten ändert, gewährt die Kasse diesen Zuschuss eventuell neu.

Für einen Hausnotruf bezahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 einmalig 10,49 Euro für die Anschlusskosten und monatlich 18,36 Euro für den laufenden Betrieb.

Im Übrigen hat jeder pflegende Angehörige Anspruch auf kostenlose Pflegekurse. Die Kosten hierfür werden von der Pflegeversicherung übernommen. In diesen Kursen werden zum einen die Grundlagen des Pflegewissens für pflegende Angehörige vermittelt. Zum anderen ist der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen sehr hilfreich.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema "Wohnraumanpassungen".

Zuschüsse aus der Pflegeversicherung

Steuervorteile

Außerdem können Sie haushaltsnahe Dienstleistungen bis zu 4.000 EUR pro Jahr steuerlich absetzen.

Die Absetzbarkeit solcher Betreuungsleistung wird durch § 35a Abs. 2 Einkommensteuergesetz “Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen” geregelt.

Danach können Sie 20 Prozent der geleisteten Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse in Form von Pflege- und Betreuungsleistungen, jedoch maximal 4.000 Euro direkt von Ihrer zu zahlenden Steuerlast absetzen.

Die Steuerermäßigung kann vom Pflegebedürftigen selbst oder auch von nahen Angehörigen in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist, dass Sie Ihre Aufwendungen durch Rechnung und Überweisung nachweisen können. Eine Barzahlung wird nicht anerkannt. Deshalb bewahren Sie Rechnungen und Überweisungsträger unbedingt auf, da diese auf Verlangen des Finanzamtes vorgelegt werden müssen.

Bitte beachten Sie, dass Ihre Aufwendungen nur berücksichtigt werden können, soweit sie über die Leistungen der Pflegeversicherungen (z.B. über das Pflegegeld) hinausgehen.

Für tiefergehende Fragen bezüglich der steuerlichen Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater oder das Finanzamt, da wir leider keine Steuer- oder Rechtsberatungen vornehmen können.

Weitere Informationen zum Thema "Aufwendungen für die häusliche Pflege durch „freie“ Dienstleister als außergewöhnliche Belastung" finden Sie in unseren Pflegenachrichten.

 

 

 

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