Ambulanter Pflegedienst - Die richtige Wahl treffen

Der Einsatz eines Pflegedienstes ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie sich Pflegebedürftige und Angehörige helfen lassen können. Unter einen ambulanten Pflegedienst wird in der Regel ein mobiler Dienst verstanden, der sich auf medizinische, pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgungs-Maßnahmen spezialisiert hat, die pflegebedürftige Menschen in ihrer häuslichen Umgebung erhalten.

 

 

Wer braucht einen ambulanten Pflegedienst?

In vielen Fällen, häufig mit steigendem Alter, brauchen Senioren immer öfter Betreuung oder Pflegemaßnahmen. Es beginnt damit, dass der ganz normale Alltag ohne die freundliche Hilfe von Nachbarn oder erwachsenen Kindern nicht mehr so reibungslos klappt und dass einem vieles schwerer fällt als früher. Später braucht man dann wegen chronischer und altersbedingter Krankheiten und körperlicher und geistiger Einschränkungen pflegerische Versorgung, welche unter anderem durch einen ambulanten Pflegedienst abgedeckt werden kann.

 

 

Vorab informieren

Bevor sie einen ambulanten Pflegedienst beauftragen, holen sie sich am besten Rat bei Ihrem Arzt und am besten zusammen mit ihren Angehörigen. Auch können sie eine unabhängige Beratungsstelle (IAV) aufsuchen. Diese befinden sich fast flächendeckend in allen Regionen. (Beratung für Familie und Senioren, Belforter Platz 1, 71229 Leonberg)

Es empfiehlt sich mehrere Pflegedienste zu vergleichen. Dabei ist es ratsam auf Unterschiede bei Preisen und Leistungen zu achten. Wählen sie einen Pflegedienst, der mit seinen angebotenen Leistungen am besten zu ihren Bedürfnissen passt. 

 

 

Kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch

Schon beim ersten telefonischen Kontakt können sie den Pflegedienst einschätzen. Es sollte Ihnen auf jeden Fall angeboten werden ein kostenloses, unverbindliches Beratungsgespräch bei Ihnen zu Hause zu führen. Zudem sollte Ihnen angeboten werden vor Vertragsbeginn ein oder mehrere Mitarbeiter des Pflegedienstes persönlich kennen zu lernen. Nach Vertragsabschluss können erste Beratungsgespräche nachträglich berechnet werden. Die Kosten trägt in der Regel ihre Pflegekasse gemäß ihren Pflegegrad.

 

 

Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes

Vor Vertragsabschluss sollten alle Fragen mit der Leitung des Pflegedienstes besprochen werden. Dafür sollte die Pflegedienstleitung zu ihren nach Hause kommen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie sie wohnen, wie die Wohnung im Hinblick auf Pflege ausgestattet ist und wobei die Pflegekräfte unterstützen sollen.

Ein ambulanter Pflegedienst kann entsprechend ihrer Bedürfnisse folgende Leistungen übernehmen:

  • Medizinische Behandlungspflege: Medikamentengabe, Verbandswechsel, Injektionen
  • Grundpflege: Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität, der Lagerung
  • Hauswirtschaftliche Versorgung: Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung
  • Seniorenbetreuung: Beschäftigung, Spaziergänge, Begleitung zu Veranstaltungen
  • Beratung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen: Pflegeschulung für Angehörige
  • Regelmäßige Beratungs- bzw. Qualitätssicherungsbesuche
  • Verhinderungspflege
  • Tages- und Nachtpflege

Der Pflegedienst ist ihnen verpflichtet einen Kostenvoranschlag für Pflegeleistungen, die sie in Anspruch nehmen wollen, zu erstellen. Dabei müssen die Preise der einzelnen Leistungen sowie alle Kosten, die auf sie zukommen, verständlich und einzeln aufgelistet werden. Beachten sie, dass sich die Preise der Pflegedienste deutlich unterscheiden können.

 

 

Ein schriftlicher Vertrag ist Pflicht

Wenn sie Pflegeleistungen in Anspruch nehmen, muss der Pflegedienst mit ihnen einen schriftlichen Pflegevertrag abschließen. Fragen sie bei allen Unklarheiten genau nach bevor sie unterschreiben.

Zusätzlich sollte jeder Pflegedienst über Leistungen der Pflegekassen, die Antragstellung und Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) sowie über zusätzliche Möglichkeiten (wie Tages- und Nachtpflege) informieren. Einige ambulante Pflegedienste bieten solche zusätzlichen Leistungen mit an. Dazu gehören mobiler Friseur, Fußpflege oder Kurzzeitpflege.

 

 

Jederzeit kündbar

Sie können ihren Pflegevertrag jederzeit kündigen, ohne dass Ihnen Kosten auferlegt werden dürfen. Umgekehrt sollte Ihnen der Pflegedienst nur mit einer möglichst langen Kündigungsfrist kündigen können (bis zu 6 Wochen). Diese Fristen müssen vertraglich festgehalten werden. Rückwirkende Erhöhungen der Vertrag beschriebenen Leistungsvergütungen oder der Verweis auf diese Möglichkeit sind nicht zulässig.

 

 

Kostenübernahme durch Pflegekasse

Die Kosten für einen ambulanten Pflegedienst  zahlt eh nach Pflegegrad ihre Pflegekasse. Die Kosten werden als Pflegesachleistungen bezeichnet und fallen eh nach Pflegegrad unterschiedlich hoch aus. Sollten die Leistungen des ambulanten Pflegedienstes diesen Betrag übersteigen, müssen die Kosten selbst getragen werden. 

 

 

Wann kommt der Pflegedienst?

Wann der Pflegedienst zu Ihnen kommt hängt von ihren Bedürfnissen (Aufsteh- und Schlafzeiten) ab, welche sie dem Pflegedient mitteilen. Doch sie sind nicht der einzige Kunde, weshalb Pflegedienste in unterschiedlichem Maße in der Lage sind, ihre persönlichen organisatorischen Wünsche zu berücksichtigen. In jedem Falle sollten sie bei Verspätungen von mehr als 15 Minuten vorab informieren. In der Regel sind werden vorher festgelegte Zeiten vereinbart, an denen der Pflegedienst kommt.

Sie sollten sich zudem erkundigen, ob der Pflegedienst eine 24-h-Bereitschaft an sieben Tagen in der Woche anbietet. Auch sollte es möglich sein, kurzfristig (bis zu 3 Tage) Leistungen zu ändern oder Pflegekräfte auszutauschen. Personelle Änderungen seitens des ambulanten Pflegedienstes sollten nicht mehr als vier unterschiedliche Personen übersteigen.

 

 

Ein fester Ansprechpartner

Während der Vertragslaufzeit sollten sie immer einen festen Ansprechpartner bekommen, der auch kurzfristige Beratungsgespräche für sie möglich machen kann, um eventuelle Änderungen der Leistungen zu besprechen. Ihr Ansprechpartner sollte sie zudem stets über Neuerungen in der Pflege und bei ärztlichen Verordnungen informieren.

 

 

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